Hiermit lade ich Frankfurter ein, ihre Meinung gegen einen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nach Slubice hier oder in anderen Medien laut und deutlich zu äußern. Hier präsentiere ich seit September 2005 eine Sammlung von Argumenten aus privaten und öffentlichen Diskussionen. Die Autoren dieser Argumente werden aus Gründen des Datenschutzes hier nicht genannt:
- Beim derzeitigen Kaufkraftgefälle zwischen dem Euro-Gebiet Frankfurt (Oder) und dem Zloty-Gebiet Slubice ist ein subventionierter ÖPNV nach Slubice ökonomischer Selbstmord in Raten: Die Kommune Frankfurt (Oder) verstärkt durch einen grenzüberschreitenden ÖPNV den KAUFKRAFT-EXPORT in Richtung Slubice. Wir Frankfurter werden mit einem grenzüberschreitenden ÖPNV noch mehr Geld als bisher nach Slubice transportieren. Dort wachsen Umsätze und Arbeitsplätze in Handel, Handwerk und Dienstleistung. Der Kaufkraftverlust in Frankfurt wird durch Kunden aus Slubice nicht kompensiert aufgrund des aktuellen Bevölkerungsverhältnisses von 3:1 (60.000 Frankfurter zu 20.000 Slubicer). In der Zeitspanne X, in der ein (1) Slubicer mit dem ÖPNV nach Frankfurt fahren würde, um dort einzukaufen, würden gleichzeitig drei (3) Frankfurter nach Slubice fahren, um dort einzukaufen. Dieses Bilanzdefizit/Kaufkraftgefälle benachteiligt Frankfurt erheblich.
Erst wenn 1. in Polen der Euro offiziell eingeführt ist, 2. die Frankfurter und Slubicer Bevölkerungszahlen annähernd gleich groß sind und 3. die Löhne und Preise auf beiden Seiten der Oder sich ungefähr gleichen, ist ein grenzüberschreitender ÖPNV zwischen Frankfurt und Slubice vorstellbar, da erst dann die Kaufkräfte in Frankfurt und Slubice etwa ausgeglichen sind. Aggressive Werbung in Slubice an der Grenzbrücke (Foto: 01/2010).
- Frankfurt (Oder) macht sich politisch und ökonomisch erpressbar: Sollte tatsächlich eine Straßenbahn nach Slubice gebaut werden und die Frankfurter Politiker stellen nach einigen Monaten ernüchtert fest, dass diese Strecke nicht nur ein riesiges Subventionsloch bleibt aufgrund geringer Einnahmen, sondern auch ein permanentes Transportmittel von Kaufkraft in Richtung Slubice, so wäre Frankfurt (Oder) dazu verdammt, diese kostspielige Strecke trotzdem weiter zu betreiben. Bei einer späteren Streckeneinstellung müsste Frankfurt alle Fördergelder an die Geldgeber und alle Slubicer Investitionen an Slubice zurückzahlen!
- Eine erste vorhersehbare Entwicklung: Gleichzeitig mit dem Bau einer grenzüberschreitenden Straßenbahn wird jemand in Slubice einen polnischen Straßenbahnbetrieb gründen, der auch Frankfurter Straßenbahnen und Gleise preiswerter als deutsche Wettbewerber repariert: Beim Frankfurter Stadtverkehrsbetrieb werden daraufhin erste Mitarbeiter entlassen. Es wird nicht lange dauern und die ersten Frankfurter Straßenbahnfahrer werden durch polnische Straßenbahnfahrer mit polnischem Lohnniveau ersetzt. Die arbeitslosen Frankfurter Straßenbahnfahrer und Bahnmonteure fahren danach mit dem Fahrrad nach Slubice zum Einkaufen. Dieses Phänomen nennt man heute: Globalisierung.
- Eine zweite vorhersehbare Entwicklung: Ein grenzüberschreitender ÖPNV nach Slubice würde bewirken, dass in Slubice entlang der Fahrstrecke weitere Studentenunterkünfte entstehen, weil noch mehr Studenten vom teureren Frankfurt ins preiswertere Slubice umziehen und von dort mit dem ÖPNV bequem zur Uni pendeln. Dies konterkariert die Frankfurter Bemühungen, auswärtige Studenten davon zu überzeugen, in Frankfurt ihren Hauptwohnsitz anzumelden.
- Die Einwohnerzahl der Stadt Frankfurt schrumpft. Logischerweise müssen sich auch Stadtverwaltung und stadteigene Unternehmen diesem Prozess anpassen. Warum soll es eine teure Ausnahme für ÖPNV-Manager geben?
- Der ÖPNV Frankfurt arbeitet seit langem mit flexibel einsetzbaren umweltfreundlichen Bussen. Warum verhindert die Slubicer Stadtverwaltung, dass Testbusse über die Oderbrücke fahren?
- Frankfurt hat seit dem Jahr 2002 eine neue Oderbrücke nach Slubice, die für eine Strassenbahnlinie nicht konzipiert und gebaut wurde.
- Die meisten Slubicer können aufgrund ihres aktuellen Einkommens keine deutschen ÖPNV-Fahrpreise bezahlen, sondern maximal polnische Bustarife.
- Das Pro-Bahn-Argument "Es sei viel bequemer, als zu Fuß zu gehen" ist entlarvend. Bewegungsfaulheit (Bequemlichkeit) darf nicht gefördert werden: Bewegungsmangel fördert Bluthochdruck, Übergewichtigkeit und Diabetes. Fussgänger/Radfahrer bewegen ihren Körper selber, leben dadurch gesünder, entlasten das Gesundheitssystem und die Subventionskassen. Die Entschleunigung durch einen Spaziergang über die Grenzbrücke wirkt positiv auf Touristen, Studenten, Frankfurter und Slubicer.
- Bei der offiziellen Bürgerbefragung am 22. Januar 2006 richteten sich ca. 83% der abgegebenen Stimmen gegen eine Straßenbahn nach Slubice. Dieses demokratische Ergebnis muss in der Frankfurter Stadtpolitik zu Konsequenzen führen!
Ausdrücklich erwünscht ist das Verwenden der oben aufgezählten Argumente in allen Diskussionen, wie z.B. Internetforen & Zeitungen. Alle Tram-Gegner, die sich mit den o.g. Argumenten identifizieren, dürfen die Argumente wie eigene Argumente einsetzen. Niemand erhebt Anspruch auf Urheberrechte. Inhalte der Website "Kein ÖPNV nach Slubice!" dürfen ohne Genehmigung kopiert und weiter verbreitet werden.
Weitere Argumente gegen ein grenzüberschreitendes Straßenbahn-Projekt sind erwünscht. Wer gegen die ÖPNV-Linie nach Slubice ist, kann dies der Öffentlichkeit u.a. in Form eines Leserbriefes/Kommentars den diversen Frankfurter Medien (z.B. MOZ, Oderlandspiegel, Blickpunkt, RBB, Stadtfernsehen etc.) mitteilen. Viel Erfolg wünscht Ihnen Roland Totzauer (www.rotofo.de/keinebahn). |